Ein Märchen unserer Zeit Von einem der auszog, drei Fragen zu stellen, im OpenOffice-Format.

Von einem der auszog, drei Fragen zu stellen


Ehe der kluge Hans die Königstochter und das halbe Königreich dazu bekommt, muß er gewöhnlich drei schwierige Fragen beantworten. Diese Geschichte kennt man zur Genüge, aber nirgendwo ist von denen die Rede, die sich diese drei Fragen ausdachten. An dieser Stelle biete ich nun eine Einmaligkeit der Weltliteratur an: Wie es kam, daß einer drei Fragen stellte und ob oder wie sie ihm beantwortet wurden. Der Zeit entsprechend verläuft die Kommunikation über das Internet. Ich fange an: Es war einmal ...

06.05.2007


Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,

Du sagst im WER WEISS WAS du bist Experte in Katholizismus.
Ich lade dich deshalb unbekannter Weise ein, zum mitdiskutieren und
beantworten
von Fragen an Glaubenssuchende in unserem katholischen Forum
http://Gott-Kirche-Glaube-isthier.de


Meine e-mail ist
Krippenfiguren@t-online.de

Salve
Bruno
(Bruno-Maria Schulz)
07.05.2007
Herr Schulz hat mich zum Mitreden eingeladen. Ich würde gern einen Beitrag schreiben, darf aber nicht,
weil kein Admin. Gut. Meine Fragen:

--- 2000 Jahre Christentum, ist die Welt besser geworden? Wenn ja / nein warum.
--- Ist es möglich, daß der Papst in 100 oder 200 Jahren Adolf Hitler heilig spricht?
--- Gerade heute, 9. Mai 2007 ist der D. Ratzinger in Südamerika. Dort erkennen
die Menschen mehr und mehr, daß die Catholica nur den Herrschenden und nicht
den Armen dient. Sie wenden sich zunehmend den Sekten zu. Was ist denn nun mit
der Befreiungstheologie? Im Vorwort zu seinem Buch "Einführung in das Christentum"
geht er auf dieses Thema ein, auf www.welcker-online.de/Links/link_915.html gibt es
dazu eine interessante Rezension.

--- Ist es möglich, daß ein nichtkatholischer Selbstmörder im Dom zu Mainz ein Hochamt
bekommt? Wieviel Geld müßte man dafür bezahlen?

Mit Gruß
Roland Welcker
10.06.2007
GOtt zum Gruß, lieber Herr Schulz.

Sie hatten mich zur Diskussion in GOtt-Kirche-Glaube eingeladen und ich hatten Ihnen
vier Fragen gestellt. Die Eingangsbestätigung derselben kam unverzüglich, aber bis heute
sind sie nicht im Forum aufgetaucht. Hat es Ihnen die Sprache verschlagen? Sie sind doch
ansonsten redegewandt. Oder hätte ich fragen sollen, ob Jesus Christus auch mich als Gottlosen lieb hat?

Wo bleibt die Kraft des Glaubens, wo der Mut, Zeugnis für GOttes Wahrheit abzulegen? Sind Sie
ein Feigling? Sie wissen doch, daß die Lauen verflucht und ausgespien sein sollen. Nehmen Sie
sich doch mal Nathan als Vorbild,  wie der vor David in Sachen Urias sprach! Der hatte Schneid,
riskierte sein Leben. Und Sie sitzen gemütlich auf Ihrer Schnitzbank und lassen den Lieben GOtt
einen frommen Mann sein. Eine Kirche mit solchen Gotteskriegern KANN keine Zukunft haben.

Der Frieden des HErrn sei mit Ihnen
Roland Welcker.




29.10.2007
GOtt zum Gruß, lieber Herr Schulz, der Friede des HErrn sei mit Ihnen,
Sie sehen, die Frage, ob Adolf Hitler zum Heiligen wird, war gar nicht
so schlecht. Jetzt sind 500 Spanier auf der kirchlichen Himmelsleiter
eine Stufe höher geschoben worden. Damit dokumentiert der Herr D.
Ratzinger, daß die Catholica nach wie vor hinter den Großverbrechern des
20. Jahrhunderts steht. Davon, daß Franco NACH dem Bürgerkrieg 200.000
Menschen erschießen ließ, ist natürlich keine Rede. So zeigt sich
wieder: die katholische Kirche ist die größte und erfolgreichste
kriminelle Organisation der Welt.
Haben Sie die Woitila-Filme gesehen. Herzergreifend. Auf meiner Homepage
www.welcker-online.de finden Sie einen Kommentar dazu.
Bleiben Sie fest im Glauben! Fangen sie um GOttes Willen nicht an zu
denken. Gelobt sei JEsus CHristus.
Amen.
29.10.2007

Um Vergebung, aber die kath. Kirche ist natürlich die größte kriminelle Organisation der GESCHICHTE, das war schlecht formuliert.
Gerade finde ich unter dem heutigen Tag in meinem Gebetbuch einen frommen Spruch von Bernhard von Clairvaux:
„Ein Ritter Christi tötet mit gutem Gewissen; noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selber; wenn er tötet, nützt er Christus.“
Friede sei mit Ihnen.
Herzlich
Roland Welcker

29.10.2007

Werter Herr Welcker!

Vor kurzem hat mir ein aus dem Internet bekannter Herr Bruno ihre ua. Mail zur Kenntnis gebracht. Ich kann nicht umhin, ihnen darauf zu antworten.

Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass in der Zeit der gesamten Kirchengeschichte nicht so viele Menschen hingemetzelt, ermordet und grausam ums Leben gebracht wurden wie in den Folgejahren der hoch zu jubelnden Aufklärung
und des „Humanismus“?

Sie werden sicher auch die Verbrechen der Kommunisten und Hitlers, der sich selbst zu einem Götzen machte der Kirche in die Schuld schieben, da sie einen Sündenbock brauchen, um die eigene weisse Weste zu rechtfertigen. Seien Sie mir nicht böse- aber ich sehe dahinter große Selbstgerechtigkeit, Hochmut und die Lust, mit dem Finger auf andere zu zeigen, um die eigenen Sünden zu übersehen. Indem Sie anderen Menschen das Denken absprechen, die den Glauben ernst nehmen, zeigten sie, dass sie um keinen Deut besser sind als die von ihnen durch ihre pauschale Kritik in den Dreck Gezogenen- am besten man beschuldigt da gleich in altbewährter Sippenhaftungsmanier die gesamte Kirche, das Christentum- ja wieso nicht die ganze Welt (ausgenommen Herrn Welcker?

Es wird zwar nicht viel bringen wenn ich Ihnen das schreibe- aber wenn man solche Verbalinjurien und hochmütige Absonderungen liest und schweigt dazu, macht man sich m.E. doch mitschuldig. Daher erlaube ich mir, Ihnen diese Zeilen zukommen zu lassen.

Mit Besserungswünschen verbunden
Peter Schmidt

30.10.2007


Ihre Mail lieber Roland Welcker, enthält einige Dinge die einfach nur falsch sind. So zum Beispiel wird sehr wohl das Franco-Regime beschuldigt von der Kirche (und viele andere Fehler).
Aber egal ;-)
Ich habe keine Ahnung wieso Sie mir schreiben. Hatten wir Kontakt in einem Forum?

Was an Ihrer Mail und Mails anderer Glaubensgegner erstaunt ist:
Wieso ereifert sich ein Mensch über alle Maßen, schreibt wutentbrannte Angriffe gegen gläubige Christen, die Kirche und Gott, wie wir sie bei Atheisten immer wieder erleben? Das Loch in ihrer Lebensanschauung, das fehlende Teil ihres Selbstverständnisses, nimmt Anstoß an „nichtdenkenden Christen“. Wieso? Haben Atheisten auf dieses WIESO eine Antwort?
Sie erzählen unentwegt und voll Zorn, dass das Neue Testament ein Märchenbuch, Gott eine Erfindung der Kirche ist, oder die kath. Kirche die größte kriminelle Organisation der Welt sei.
Man hört förmlich wie sich die Atheistenstimmen überschlagen vor Zorn gegen den Glauben.

Wem beispielsweise Sport völlig egal ist; wettert der deshalb gegen Sport? Warum sollte er? Wer Sauerkraut verachtet, verdammt er dessen Liebhaber? Wer fliegen hasst, beschimpft er Fluggäste als dumm? Atheisten aber verleumden fortwährend Gläubige als stupide Nichtdenker.

Es ist tatsächlich wie eine Gesprächsrunde heute wieder ergab; die Verbissenheit mit der Rechtfertigung des Unglaubens gesucht und indirekt Gott vorgelegt wird, weil das Restrisiko einer nicht nachweisbaren Inexistenz nun mal da ist ;-). Da wäre ein Attest das akute Glaubensunfähigkeit beglaubigt, ganz praktisch. Das wird der Liebe Gott dann schon verstehen falls er halt dann doch ist. Man weiß ja nie. Kleine Rückversicherung also?

Ich würde eher plädieren für tödlichen Irrtum, denn man weiß! Mein lieber denkender Atheist, lass dir ausnahmsweise mal von einem dummen Christen sagen, dass um glauben zu können, ein beträchtliches Quantum Vernunft und Geist nötig ist. Eben das Quantum, das durch alle Wirren der Zeiten, die Güte und Liebe der Menschlichkeit zu uns herüber rettete, aufgrund des Liebesgebotes Gottes. Vergleiche die Teile der Welt, die bis heute Jesus Christus nicht erkennen.
Ist ein einziges Wort Gottes, ein einziges Wort Jesu das Anstoß erregen könnte und nicht das Gebot der Liebe manifestiert? Was am Wort Gottes ist auch nur andeutungsweise schlecht?

Mein lieber Atheist, wenn du stirbst, aber jetzt schon „weißt“, dass du vergehst wie ein Stück Fleisch, warum lebst du dann? Sinnlos und das Beste draus machen? Nein! Diese „Philosophie“ ist von Nichtdenkern, von denen eine ganze Reihe im Wahnsinn endeten (Nietzsche zB.).

Mit den besten Wünschen
Bruno-Maria Schulz

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http://Gott-Kirche-Glaube.isthier.de

30.10.2007


Sehr geehrter Herr Schmidt,
danke für Ihre Mitteilung, die ich gern beantworte, aber so einfach, wie
Sie es darstellen, ist die Sache nicht.
Zunächst ist für das Verständnis wichtig, wie ich Herrn Schulz
kennenlernte. Im Forum "Wer-weiß-was" habe ich mich unter dem Begriff
"Katholizismus" eingetragen. Dort entdeckte Herr Schulz meinen Namen und
forderte mich auf, in seinem Forum "Gott-Kirche-Glaube"
mitzudiskutieren. Dem wollte ich gern nachkommen und schickte folgenden
Email:

### Email siehe oben ###

Diese Fragen wurden aber gar nicht in das Forum aufgenommen, was mich
natürlich ärgerte. Ich schrieb ihm nun:

### Email siehe oben ###

Soweit zu Ihrer Information.

Die Stellung der Kirche zum Krieg ist eines ihrer vielen tieftraurigen
Kapitel. Fest steht, daß niemals ein Humanist oder ein Aufklärer des 18.
Jahrhunderts einen Krieg gewünscht hat. Aber schon im 4. Jahrhundert
sagte Kirchenvater Theodoret: "Die geschichtlichen Tatsachen zeigen, daß
uns [der kath. Kirche - Welcker] der Krieg mehr nützt als der Frieden."
Ich kann das bestätigen, denn ich habe als Kind Krieg und Nachkrieg
erlebt, in dieser Zeit wurden die Kirchen stark besucht, die Zeit der
Kirchenaustritte begann erst nach 1950. Aber fragen Sie bitte selbst
Leute danach, die 1940 oder früher geboren wurden. Und der Zyniker St.
Augustin erklärt im selben Jahrhundert: "Was hat man denn gegen den
Krieg, etwa daß da Menschen sterben, die sowieso sterben müssen?" Er ist
es auch, der den Begriff "Gerechter Krieg" geprägt hat - das hätte
Joseph Goebbels nicht besser gekonnt.
Einer der schrecklichsten Kriege in der deutschen Geschichte war der
Dreißigjährige Krieg. Er begann als "Religionskrieg" und endete als ein
sinnloses Schlachten aller gegen alle. Als die Kräfte zum Kriegführen
erschöpft und die Bevölkerung ausgerottet war, man also Frieden
schließen mußte, wer protestierte da energisch? Richtig geraten - der
Papst in Rom.
Überlegen Sie sich diesen Irrsinn: etwa seit dem Jahr 1000 ist ganz
Europa christlich, man sollte denken, nun kann ein Gottesreich auf Erden
anbrechen. Aber stattdessen - Kämpfe, Fehden, Kriege, Meineide, Morde,
Urkundenfälschungen, Ketzerverbrennungen, Hexenverbrennungen, die
schauderliche Inquisition, Königsmorde - man könnte gern glauben, der
Teufel habe die Kirche gestiftet, um sich am Treiben der Welt zu ergötzen.
Welches Interesse die Kirche am Krieg hat, kann man sehr schön am Wirken
des "Friedenspapstes" Benedikt XV. sehen. 1. Weltkrieg - wie war die
Lage: Christliche Länder bekämpfen sich auf Tod und Leben und der Papst
entdeckt (wie auch später Johannes Paul II.) seine weltanschauliche
Neutralität. Er beklagt das "Martyrium der Neutralität" und sendet
pausenlos Friedensappellen in die Welt. Täglich fallen 8000 Christen und
ihm fällt nichts ein? Haben sich seine Bischöfe selbständig gemacht,
gehorchen sie nicht mehr?
Die deutschen Bischöfe segnen die Waffen und schwören die deutschen
Soldaten auf Jesus Christus ein. Und
Die französischen Bischöfe segnen die Waffen und schwören die
französischen Soldaten auf Jesus Christus ein. Und
Die italienischen Bischöfe segnen die Waffen und schwören die
italienischen Soldaten auf Jesus Christus ein. Und
Die englischen und russischen Bischöfe segnen die Waffen und schwören
die englischen und russischen Soldaten auf Jesus Christus ein. (Das nun
außer der Zuständigkeit des Papstes, aber müssen Christen in dieser Not
nicht zusammenstehen?)
Allein durch ein päpstliches oder bischöfliches Verbot, an
Kampfhandlungen teilzunehmen, wären alle Fronten in kürzester Zeit
zusammengebrochen.
Und im 2. Weltkrieg: Adolf Hitler wird von den Kirchen als der von Gott
gesandte Retter gefeiert. Noch nach dem 20. Juli schicken ihm die
Bischöfe Ergebenheits- und Glückwunschadressen. Und nach dem Krieg waren
die Kirchen schon immer gegen Hitler. Es ist schon wahr, die Kirchen
waren immer gegen den Faschismus (außer von 33 bis 45). Aber die
unglaublichen Privilegien des Konkordats, das heute leider noch gültiges
Recht ist, behalten sie natürlich. So bekommt, um nur EIN Beispiel zu
nennen, der D. Lehmann in Mainz ein Gehalt von 10.000 ¤ vom STAAT. Es
ist doch auffallend - von den deutschen Bischöfen war kein einziger im
KZ, das überließ man den Priestern, Mönchen und Laien.
Um auf Ihr Schreiben zurückzukommen: Die Kirchen haben Allein- oder
Mitschuld an allen Kriegen. Als Hitler ein friedliches Land, die
Sowjetunion, überfiel, hielt Pius XII. eine begeisterte
Rundfunkansprache, in der von der "Verteidigung der Zivilisation" die
Rede war, In Wahrheit hatte er die Hoffnung, daß seine Kirche sich an
dem ungeheuern Besitz der russisch-orthodoxen (oder
griechisch-orthodoxen oder beide?) Kirche bereichern konnten. Millionen
Tote auf den Schlachtfeldern spielen da keine Rolle.

Ja Herr Schmidt, so einfach ist die Sache nicht mit Krieg und Frieden.
Hinter die Kulissen des Vatikans blickt ja keiner. Nur hin und wider, z.
B. wenn hohe amerikanische Polizei- Finanz- und Zollbeamte im Vatikan
die Dokumente vorlegen, in denen der Vatikan bei der New-Yorker Mafia
gefälschte Wertpapiere und Banknoten im Wert von fast einer Milliarde
Dollar bestellt. Oder wenn ein Bankier unter einer Londoner Brücke
Selbstmord verübt (es geht um die 80 Millionen Dollar für die polnische
Solidarnosz), was sich später als vom Vatikan befohlener Mord herausstellt.

Soweit, ich grüße Sie
Roland Welcker

30.10.2007

Geehrter Herr Welcker!

Zunächst Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Dass die von Ihnen angeführten Fragen von Herrn B. Schulz als Provokation empfunden werden mussten, war ihnen sicher von vornherein klar.

--- 2000 Jahre Christentum, ist die Welt besser geworden? Wenn ja / neinwarum.

Antwort: Seit 2000 Jahren gibt es Seife- ist die Welt reiner geworden? Christentum und Seife müssen auch angewandt werden.

--- Ist es möglich, daß der Papst in 100 oder 200 Jahren Adolf Hitlerheilig spricht?

Wird Nero, Voltaire, Nietzsche oder ein anderer Antichrist heilig gesprochen? Im übrigen: Nietzsche und Voltaire gingen in ihrem Hochmut ja sehr weit: Der eine behauptete, jene „Schändliche“ in einer Person zu vernichten- der andere formulierte: „Wie hielte ich es aus kein Gott zu sein, wenn es Götter gäbe“.  Gar manche dieser falschen Propheten haben ja der Kirche den Untergang vorher gesagt. Allerdings hat sich die Wahrheit: „Du bist der Fels, auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen“ trotz aller Kämpfe von innen und außen bewahrheitet. Dass die Verräter oft von innen kamen und kommen- lässt sich ja bei Johannes nachlesen wo er über die „Antichriste“ schreibt.

--- Gerade heute, 9. Mai 2007 ist der D. Ratzinger in Südamerika. Dort erkennen die Menschen mehr und mehr, daß die Catholica nur den Herrschenden und nicht den Armen dient. Sie wenden sich zunehmend den Sekten zu. Was ist denn nun mit der Befreiungstheologie? Im Vorwort zu seinem Buch "Einführung in das Christentum" geht er auf dieses Thema ein, auf www.welcker-online.de/Links/link_915.html gibt es dazu eine interessante Rezension.

Eine Theologie die Strukturen kritisiert und meint, das Heil komme von der Änderung der Strukturen, darf sicher kritisch gesehen werden. Im übrigen ist der pauschale Vorwurf, die Kirche diene nicht den Armen sicher ungerecht: Denn erstens ist ein Großteil (Ordenschristen) von Menschen in der Kirche selbst arm- und auf der anderen Seite dienen nicht wenige Orden (z.B. die Elisabethinen, die Missionarinnen der Nächstenliebe) sehr konkret den Armen. (Dass jene, die von der Sünde ihrer Menschlichkeit beraubt sind durch das Wirken der Kirche die Gnade wieder empfangen können, ist eine andere Form den Armen  zu dienen).

--- Ist es möglich, daß ein nichtkatholischer Selbstmörder im Dom zu Mainz ein Hochamt bekommt? Wieviel Geld müßte man dafür bezahlen?

Es gab zwar immer wieder Menschen die Vollmacht mit Macht verwechselt haben, sich kaufen ließen – aber wir wissen, dass es in der Kirche bei allem Verrat durch Einzelne jene Heiligen gibt, die das Christ- sein nicht nur auf den Lippen sondern im Herzen hatten. Und diese Heiligen haben sich als Kinder der Kirche gesehen. Die sollte man bei allem Verrat den es gab und gibt nicht unter den Tisch kehren.

Dass Herr Schulz die Fragen in seinem Forum nicht  haben wollte, weil sie Suchenden eher keine Hilfe sein können.- und in provokanter Form für Glaubende ärgerlich wirken – sollte verständlich sein.

Soweit eine kurze Stellungnahme zu den Fragen- dass der Krieg gegen Christen und die Kirche seit jeher tobt – das nur als kurze, abschließender Aspekt.

Mit herzlichem Gruß

P. Schmidt

31.10.2007

Sehr geehrter Herr Schulz,
sehr geehrter Herr Schmidt,
bitte entschuldigen Sie die Stilistik, es dauert mir zu lange, alles was ich zu sagen habe, auch noch in druckreife Form zu bringen.
Danke für die schnelle Reaktion. Zunächst, Herr Schulz möchte ich Sie daran erinnern, daß nicht ich mich in Ihr Forum gedrängt hatte, sondern Sie hatten mich zum Mitdiskutieren eingeladen. Hier der Text Ihrer Mitteilung vom 06.05.2007

### Mail siehe oben ###

Das Weiter ist uns dreien bekannt. Aber Ihre Vergleiche sind für meine Begriffe zu kurz gegriffen, zu einfältig.
Wenn sie den Sport oder das Sauerkraut, die man treiben oder essen oder nicht treiben und nicht essen kann,
mit dem Christentum vergleichen, so ist das dem Ernst des Themas nicht angemessen. Der örtliche Fußballverein
nimmt keinerlei Einfluß auf mein Leben, es ist mir freigestellt, beizutreten oder nicht. Anders die Kirchen:
Obwohl wir Trennung von Staat und Kirche gem. Verfassung haben, nimmt die Kirche großen und verderblichen
Einfluß auf die Politik. Nur geschieht das hinter den Kulissen, selten bekommt der Normalbürger da was mit. So
wurde der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner aus einer Diskussionsrunde bei Maischberger kurzfristig - er
hatte schon die Fahrkarten gekauft - wieder ausgeladen. Die Summen, die jährlich vom Staat kassiert werden,
sind nicht nachzuvollziehen, die Schwarzkittel lassen ja auch niemanden in ihre Bücher sehen. Selbst ein
bettelarmes Bundesland wie Brandenburg (3% Katholiken!) zahlt jährlich 1 Million ¤ zur Priesterbesoldung.
Was Sie zu Gottes Lobpreisung sagen - er ist die unsympathischste Figur der Weltliteratur. Nur ein Beispiel für
diesen "lieben Gott" : David lagert die Bundeslade in einer Scheune aus und will sie nun mit Gepränge nach
Jerusalem überführen. Berühren verboten! Aber der Ochsenkarren kommt ins Schwanken, die Lade rutscht, einer
springt hinzu, um den Sturz zu verhindern und ist auf der Stelle tot. Ein wahrhaft christlicher Gott. Wenn Sie das
alles nachlesen, achten Sie bitte auch gleich mal auf die praktizierte Männerliebe David - Jonathan.
(Denn Homosexualität ist eine schwere Sünde!) Und dann, nachdem die Menschheit Jahrhunderttausende
ganz gut ohne ihn auskam, entschließt er sich sozusagen vorgestern Mensch zu werden und uns alle zu "erlösen".
Erinnern Sie sich bitte: Jesus von Nazareth hat nichts von Erlösungsbedürfnis bzw. von Erbsünde gesagt, das
hat alles Paulus erfunden.
Überhaupt scheinen Sie die Worte Jesus', denen ich wahre Menschenliebe niemals absprechen werde, mit dem
praktizierten und sich auf ihn berufenden Christentum zu verwechseln. Hat Jesus zum Hauptmann von
Kapernaum gesagt: "Nun müßt ihr beide aber meine Anhänger werden."? Er handelte aus Menschenliebe.
Aber die Kirche tauft Säuglinge zwangsweise und verbreitet das "Licht des Glaubens" (Papst Woitila) mit Feuer
und Schwert. Die Insel Haiti hatte bei ihrer Entdeckung über 1 Million Einwohner, im Jahr 1517 waren es
noch 1000. Amen.
Auch sollte man zwei Dinge auseinanderhalten, die von den Pfaffen aus guten Gründen ineins gesetzt werden:
Religion und Kirche. Um ein religiöser Mensch zu sein, brauche ich nicht, kann aber an Ihren Gott glauben,
dazu brauch ich aber keine Kirche. Jesus glaubte an das baldige Ende der Welt, der Befehl zur Kirchengründung
ist eine von den tausenden Fälschungen im NT. Er hat stattdessen gesagt: "Wo 2 oder 3 in meinem Namen
beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen." Das Thema Gott - Kirche - Religion wird bei Eugen Drewermann
sehr überzeugend behandelt, kann ich nur empfehlen. ("Glauben in Freiheit, Band 1)
In Einem gebe ich Ihnen allerdings recht: Heute und morgen wird die Kirche noch nicht verschwinden, da sind
die Priester viel zu raffiniert, durch 2000 Jahre haben sie sich jeder Veränderung angepaßt und bis heute alles
überstanden. Da helfen auch die 90.000 Kirchenaustritte des Jahres 2005 nichts.
Aber Eines ist nun wirklich albern: Daraus, daß manche Kirchenfeinde im Wahnsinn endeten, daraus kann man
doch nun wirklich keine Schlüsse ziehen. Frommes, christliches Wunschdenken. Ich denke da gleich an den
Großen Thomas v. A., der gesagt hat: "Die größte Freude der Seligen im Himmel wird es sein, wenn sie von
oben in die Hölle blicken und die Qualen der Gottlosen sehen können." Zum Christentum gehören nicht nur
die schönen frommen Gebote, sondern auch die Klugheit, keins davon zu halten.
"Du kennst die Christen nicht ... ihr Stolz ist Christ, nicht Mensch zu sein." (Lessing) Durch all Ihr
Ach-wie werden-wir armen-Christen-doch immer-beschimpft-und-verleumdet Lamento scheint mir
doch diese Verwechslung hindurchzuscheinen: Christ sein, nicht Mensch. Lassen Sie sich von einem
dummen Gottesleugner gesagt sein: Gute Menschen gab es zu allen Zeiten und gibt sie auch heute; in jeder
Familie, jeder Firma, jeder Kirche, sogar in der katholischen. Überlegen Sie mal, wie der barmherzige Samariter
so handeln konnte, obwohl das Christentum noch gar nicht erfunden war.
Enttäuschend ist für mich, was mir der Herr Schmidt geantwortet hat: Christentum mit Seife zu vergleichen
ist einfach dämlich. Da haben Sie den Ernst der Frage nicht erfaßt und das Thema ins Lächerliche gezogen.
Auch haben sie in keiner Weise auf die vielen Fakten, die ich Ihnen nannte, reagiert. Zum Thema
Befreiungsthelogie sind Sie genau so hilflos wie D. Ratzinger. ("Eine Theologie die Strukturen kritisiert
und meint, das Heil komme von der Änderung der Strukturen, darf sicher kritisch gesehen werden.
")
Da nun immer von Menschenwürde gesprochen wird und die Kirche sogar die Erfindung der Menschenrechte
für sich in Anspruch nimmt, sagen Sie doch mal, was ist christliches Verhalten eigentlich, was ist das - Christentum.
Wenn ich dieses Wort höre, dann denke ich unweigerlich an brennende Scheiterhaufen, Sie aber werden
sicher viel Gutes, Menschenliebe, Demut vor den Priestern, die ihrerseits die flachen Hände aneinanderlegen
und den Kopf leicht schräg stellen usw. damit verbinden.
Ich meine, das erste Menschenrecht ist ein Leben mit einem Dach über dem Kopf und täglich genug zu essen.
Da klingt es wie reiner Hohn, wenn D. Ratzinger auf seiner letzten Reise erklärt, "daß auch ein Leben in Armut
ein Geschenk ist." Und da behauptet man, der Mensch sei nach Gottes Ebenbild geschaffen - und Millionen leben
in Dreck und Elend. Pfui Teufel. Jesus hat die Finanzhaie aus dem Tempel gejagt, aber diese Kirche lebt vom
Krieg, von der Mafia, von der Armut der Gläubigen, ist selbst ein Großkonzern, und ist immer für die Reichen
und Mächtigen zu Diensten. Alle Großverbrecher des Jahrhunderts wie Hitler, Mussolini usw. wurden von dieser
Kirche gestützt. Ich hatte Ihnen das ausgeführt.

Wie schon gesagt, es ging ein wenig Holterdipolter, nehmens Sies nicht krumm. heute ist der Reformationstag,
da backen die Bäcker Reformationsbrötchen, auch Papstmützen genannt und wir freuen uns, daß an
diesem Tag das deutsche Volk erwachte und dem Papst dann den Geldhahn zudrehte.

herzlich Grüße
Roland Welcker

31.10.2007


Mail
Von: Roland Welcker <Roland_Welcker@T-Online.de>

Datum: Wed, 31 Oct 2007 17:21:21 +0100
An: Bruno-Maria Schulz <krippenfiguren@t-online.de>, <mariamante@a1.net>

Betreff: christentum

Schwarz Mail Welcker, rot sind meine Notizen dazu in dieser Antwortmail Mitte und unten

Sehr geehrter Herr Schulz,
sehr geehrter Herr Schmidt,
bitte entschuldigen Sie die Stilistik, es dauert mir zu lange, alles was ich zu sagen habe, auch noch in druckreife Form zu bringen.
Danke für die schnelle Reaktion. Zunächst, Herr Schulz möchte ich Sie daran erinnern, daß nicht ich mich in Ihr Forum gedrängt hatte, sondern Sie hatten mich zum Mitdiskutieren eingeladen. Hier der Text Ihrer Mitteilung vom 06.05.2007

### Text siehe oben ###


Anmerkung dazu: Es geht daraus klar hervor, dass Sie Herr Welcker sich da als Experte in Katholizismus ausgaben was falsch ist, und 2. dass niemand sieht wer (in diesem Fall ein Roland Welcker) der Angeschriebene ist.

Das Weiter ist uns dreien bekannt.
### Text siehe oben ###
___________________________________________________
Herr Welcker

nun ist mir endlich klar woher/wie/warum wir Kontakt hatten. Niemand weiß jedoch bei “WER-WEISS-WAS” an wen man schreibt – Ihre Angaben “Experte für Katholizismus” dort sind falsch und verfolgen infame Zielrichtung.

Es geht bei Ihrer Mail vorgestern wie heute ausschließlich um das “Verächtlichmachen” von Gott, Kirche und Glaube. In Ihrer Mail oben häufen sich widerlichste Schmähungen die allesamt falsch sind, zudem ausnehmend primitiv in Ausdrucksweise und Respektlosigkeit gegenüber Milliarden Christen.
Ich verstehe beispielsweise null und nichts von Vielem was nicht mein Wissensgebiet ist, würde Unverstandenes deshalb aber niemals “runtermachen”. Gottheiten wie die der Inder, Japaner und anderer Religionen finde ich gegenstandslos, achte sie aber dennoch wie jeder Christ andere Religionen achtet. Kein Gebildeter und schon gar nicht ein Christ, würde fremde Religionen jemals verächtlich beschreiben. Das aber tun Sie gewohnheitsmäßig bezüglich Christentum. Ich setze daher Ihre Mailadresse auf den Index d.h. “automatisch löschen bei Empfang” - weitere Mails wären also sinnlos – sie verschwinden hier ungesehen.

Bruno-Maria Schulz
01.11.2007

Geehrte Hr. Roland Welcker!  

Zunächst herzlichen Gruß und Dank für die Mühe. In möglichst kurzer Weise möchte ich auf die Mail antworten, die an Bruno S. und mich erging:  

Das Weiter ist uns dreien bekannt. Aber Ihre Vergleiche sind für meine Begriffe zu kurz gegriffen, zu einfältig. Wenn sie den Sport oder das Sauerkraut, die man treiben oder essen oder nicht treiben und nicht essen kann, mit dem Christentum vergleichen, so ist das dem Ernst des Themas nicht angemessen. Der örtliche Fußballverein nimmt keinerlei Einfluß auf mein Leben, es ist mir freigestellt, beizutreten oder nicht. Anders die Kirchen: Obwohl wir Trennung von Staat und Kirche gem. Verfassung haben, nimmt die Kirche großen und verderblichen Einfluß auf die Politik. Nur geschieht das hinter den Kulissen, selten bekommt der Normalbürger da was mit. So wurde der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner aus einer Diskussionsrunde bei Maischberger kurzfristig - er hatte schon die Fahrkarten gekauft - wieder ausgeladen. Die Summen, die jährlich vom Staat kassiert werden, sind nicht nachzuvollziehen, die Schwarzkittel lassen ja auch niemanden in ihre Bücher sehen. Selbst ein bettelarmes Bundesland wie Brandenburg (3% Katholiken!) zahlt jährlich 1 Million ¤ zur Priesterbesoldung.  

Dass Gott uns durch die Kirche Gnade, Segen und göttliches Leben in Fülle schenken will wurde jenen vielen Menschen bewusst, derer die Kirche heute gedenkt: den Heiligen. Sie haben sich für die große Wirklichkeit Gottes geöffnet – und das strahlt als helles Licht aus ihrem Leben. Es ist die Kirche, die diesen Heiligen in besonderer Weise hervorbrachte- und die katholischen Heiligen betrachten sich auch (wie ich im vorigen Schreiben anführte) als „Kinder der Kirche“.  

Was Herrn Deschner oder andere Kirchenkritiker betrifft: Es ist natürlich ein Leichtes bei 2000 Jahren Kirchengeschichte und den Eigenarten der Menschen – noch dazu mit dem Blick des Unglaubens- all das Negative hervor zu zerren, das es durch das Versagen von Menschen und Verantwortlichen in der Kirche gab. Christus hat dem versagenden Petrus seine Liebe nicht versagt, sondern ihn in seinem Hirtenamt bestätigt. Bei Christus gibt es also Vergebung- bei Herrn Deschner nicht.

Was Sie zu Gottes Lobpreisung sagen - er ist die unsympathischste Figur der Weltliteratur. Nur ein Beispiel für diesen "lieben Gott" : David lagert die Bundeslade in einer Scheune aus und will sie nun mit Gepränge nach Jerusalem überführen. Berühren verboten! Aber der Ochsenkarren kommt ins Schwanken, die Lade rutscht, einer springt hinzu, um den Sturz zu verhindern und ist auf der Stelle tot. Ein wahrhaft christlicher Gott. Wenn Sie das alles nachlesen, achten Sie bitte auch gleich mal auf die praktizierte Männerliebe David - Jonathan.
(Denn Homosexualität ist eine schwere Sünde!)  

Christen – das sagt schon der Name- sind nicht Biblisten, sondern sie folgen Christus nach und wollen sich von Seinen Grundsätzen leiten lassen. Dass die Bibel in ihrer Fülle im AT Aussagen enthält, die uns vor den Kopf stossen und die mit für uns nicht nachvollziehbaren Gottes- erfahrungen zusammenhängen, sollten wir ehrlicherweise schon ein wenig bedenken, ehe wir einen Gott kritisieren, den wir durch Herausreissen einzelner Bibelzitate konstruieren – und somit unser eigenes Schreckgespenst bekämpfen in einer Art Don Quijote- Verhalten. So viel „Toleranz“ sollte es auch geben, dass wir die seltsamen, für uns nicht nachvollziehbaren Erfahren Gottes anderer Menschen nicht a prioi dazu verwenden, Gott unsympathisch zu finden, nur weil uns mal jemand etwas über Gott erzählt, das uns unverständlich erscheint – oder im Kontext zu sehen und zu verstehen ist (wie bei den Schriften des AT).  

Und dann, nachdem die Menschheit Jahrhunderttausende ganz gut ohne ihn auskam, entschließt er sich sozusagen vorgestern Mensch zu werden und uns alle zu "erlösen". Erinnern Sie sich bitte: Jesus von Nazareth hat nichts von Erlösungsbedürfnis bzw. von Erbsünde gesagt, das hat alles Paulus erfunden.  

Es ist lächerlich, die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen in Abrede zu stellen. Ein realistischer Blick in das Verhalten der Menschen zeigt es doch immer neu. Und wann Gott sich entschließt Menschennatur anzunehmen, das sollte man ihm denn doch nicht vorschreiben denn sonst müsste man sagen: Manche wollen Gott dienen- aber nur als dessen Berater. Das wäre so ein Zeichen von Hochmut und Selbstgefälligkeit.

Überhaupt scheinen Sie die Worte Jesus', denen ich wahre Menschenliebe niemals absprechen werde, mit dem praktizierten und sich auf ihn berufenden Christentum zu verwechseln. Hat Jesus zum Hauptmann von Kapernaum gesagt: "Nun müßt ihr beide aber meine Anhänger werden."? Er handelte aus Menschenliebe. Aber die Kirche tauft Säuglinge zwangsweise und verbreitet das "Licht des Glaubens" (Papst Woitila) mit Feuer und Schwert.  

Ist die Taufe eigentlich eine Strafe, wird dabei der Mensch geschädigt, verletzt oder ausgepeitscht? Mir scheint- manche Taufkritiker denken im Hinterstübchen so etwas. Ist natürlich unsinnig. Dass Jesus den Menschen vor allem die Gottesliebe vorlebte, sollte nicht verschwiegen werden. Und wenn es gegen Gottes Ehre ging, konnte Jesus auch mal heftige Worte aussprechen. Wenn sie das NT kennen, wird ihnen das nicht unbekannt sein wie z.B. „Ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen…“ es geht also nicht um falschen Frieden. Und Jesus wusste sehr genau, dass die Entscheidung für oder gegen ihn Spaltung und Unfrieden bringt- sogar in der eigenen Familie. Es ist illusionär einen „lieblichen „ Jesus zu basteln, der eine oberflächliche Herzlieblichkeit und Gemütlichkeit bringt. Jesus ist auch der Fels, an dem viele Anstoß nehmen.  

Die Insel Kuba hatte bei ihrer Entdeckung 1 Million Einwohner, 100 Jahre später waren es noch 1000. Amen.
Auch sollte man zwei Dinge auseinanderhalten, die von den Pfaffen aus guten Gründen ineins gesetzt werden: Religion und Kirche. Um ein religiöser Mensch zu sein, brauche ich nicht, kann aber an Ihren Gott glauben, dazu brauch ich aber keine Kirche.  

Diese Behauptung ist unbedacht, denn es ist die Kirche, durch die wir von Christus wissen. Es gehört natürlich etwas Demut dazu, Gottes Wirken in der Kirche mit all der Gebrechlichkeit von Sündern darin anzunehmen.  

Jesus glaubte an das baldige Ende der Welt, der Befehl zur Kirchengründung ist eine von den tausenden Fälschungen im NT. Er hat stattdessen gesagt: "Wo 2 oder 3 in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen." Das Thema Gott - Kirche - Religion wird bei Eugen Drewermann sehr überzeugend behandelt, kann ich nur empfehlen. ("Glauben in Freiheit, Band 1)  

Drewermann kann man für einen gläubigen deswegen nicht empfehlen, da Herr Drewermann mehr Psychologe wurde als Theologe – und sein Abstandnehmen vom Glauben sich offen kund tut. Der Vorwurf der Fälschung wird vor allem von jenen erhoben, die alles falsch verstehen WOLLEN. Aber es ist leider so_ Am meisten blind sind jene, die nicht sehen wollen. Da waren zwei Kommunisten etwas einsichtiger: Als sie die Geschichte der kath. Kirche studiert haben, wurden sie gläubig weil sie sagten: Eine Kirche, die von innen und außen derart umkämpft wurde und doch nicht unterging, kann nur von Gott sein. Aber zu einer solchen Sicht gehört wohl auch Gnade und tiefere Erkenntnis.  Das ist nicht jedem gegeben- denn viele fühlen sich als Oberrichter über Gott, die Evangelien, die Kirche und sind von ihrer Berufung her Dauernörgler.

In Einem gebe ich Ihnen allerdings recht: Heute und morgen wird die Kirche noch nicht verschwinden, da sind die Priester viel zu raffiniert, durch 2000 Jahre haben sie sich jeder Veränderung angepaßt und bis heute alles überstanden. Da helfen auch die 90.000 Kirchenaustritte des Jahres 2005 nichts.  

Die Kirche wird NIEMALS verschwinden. Auch zur Zeit der Gegenpäpste und als viele der Kirche den Tod schon vorher sagten blühte sie wieder auf, da die Verheissung Christi kein Windhauch ist, wie z.B. die Kämpfe der Kirchenfeinde. („Gott ist tot. Nietzsche. Nietzsche ist tot. Gott“)  

Aber die Hilflosigkeit die Sie anderen Themen gegenüber anschneiden, zeigen viele Kirchenfeinde im Umgang mit der Kirche: Sie kritisieren was sie nicht kennen, sie bleiben an der Oberfläche – aber es geht ihnen wie jenen, die Christus verfolgten: Weil ER menschliches Kleid trug, erkannten sie ihn nicht als Gott- auch wenn er Kranke heilte, Dämonen austrieb und seine Verkündigung seine Vollmacht zeigte. Im Leben der Heiligen der Kirche (z.B. Pater Pio) zeigen sich ähnliche Zeichen- aber viele arbeiten daran das strikt zu leugnen, versuchen die Zeichen umzudeuten, wegzuerklären oder mit ihrem Schmutz zu bewerfen. Damit sie nichts sehen. Gegen solche absichtliche Blindheit ist letztlich nichts zu machen, da sie offenbar auf einer Willensentscheidung fußt- und der Wille kann den Verstand bekanntlich verdrehen. Das Lob des Reformationstages ist wohl auch ein bisserl einseitig. Wenn man die Hasspredigten Luthers sowohl gegen Juden als auch Papst liest, bleibt einem das Reformationslob im Hals stecken. Aber das ist eben ein Zeichen der Blindheit und wohl auch bösen Willens – das schönreden, was der Kirche schadet- und das verschweigen oder krumm reden, was die Heiligkeit der Kirche zeigt. Wenn man sich schon Gerechtigkeit auf die Fahne schreibt (auch wenn es oft Selbstgerechtigkeit ist) wäre ein bisserl Objektivität auch hier angebracht. Ist aber nicht leicht. Drauflosschimpfen und der Kirche Korruption auf allen Ebenen geht einfacher: Damit steht man auf einem Podest weit drüber- und das subjektiviert die Sicht oft sehr.  

Mit herzlichem Gruß

P.Schmidt

01.11.2007

Sehr geehrter Herr Schmidt,
danke, daß Sie geantwortet haben. Herr Schulz seinerseits hat mir eine
infame Zielsetzung vorgeworfen und bricht den Gedankenaustausch mit mir
ab, setzt mich auf den Index. Alle meine mails werden demnach
automatisch gelöscht. Er hat sich dabei - sicher ohne es zu wissen -
eines Verfahrens bedient, das der Papst nach der Erfindung des
Buchdrucks erfunden hatte. Nachdem der Versuch, jedes Buch
kostenpflichtig (die Kirche tut ja soviel Gutes, das kostet doch Geld)
zu genehmigen, gescheitert war, führte man den Index ein, eine Liste
der Bücher, die Katholiken bei Strafe der Exkommunikation nicht lesen
dürfen. Aber für Geld bekommt man doch eine Erlaubnis. Der Index
bestand bis zum 2. Vaticanum.
Er meinte sinngemäß, über Katholizismus dürfen nur kirchenfromme
Katholiken reden und ich dürfe mich nicht als "Experte für
Katholizismus" ausgeben. Auch sei alles (!) falsch, was ich geschrieben
habe.

Thema Erbsünde und Vergebung: Sicher passiert so manches in 2000 Jahren,
dessen man sich heute schämen sollte - aber genau das tut man nicht.
Erinnern Sie sich bitte an die Szene im Woitila-Film, wo ein Kardinal
entsetzt fragt: "Wieso haben wir uns für irgendetwas zu entschuldigen?"
J P II. hat wenigstens ansatzweise mehrmals für die zahlreichen
Verbrechen der Kirche um Vergebung gebeten, aber beim jetzigen Papst ist
das nicht zu erwarten. In meine Augen ist das ein unsagbarer Hochmut.
Aber es ist schon so, in der Kirche haben die Diener mehr zu sagen als
der Herr.

Mit der Kindstaufe als Zwangstaufe ist das auch nicht so einfach, wie
Sie es darstellen: Der Säugling tritt nämlich nicht nur in ein
Verhältnis zu Gott ein, sondern auch in ein ganz reales juristisches: Er
ist jetzt Kirchenmitglied und darf erst bei Volljährigkeit wieder
austreten. Nicht ohne Grund wurde in der Frühzeit der Kirche lange über
dieses Thema gestritten, aber aus Machtgründen setzten sich die
Hardliner durch. Nebenbei: Jesus hat niemals getauft, ein seltsames
Sakrament haben Sie da.

Und nun der Reformationstag: Luthers Sprache war dem Geist der Zeit und
ihrem Denken angepaßt ("Der Papst, des Teufels Sau"), die katholische
Seite verachtet aber auch die Macht des Wortes nicht, denken Sie an
Abraham a Santa Clara. Aber mit der Judenverachtung haben Sie ein
Eigentor geschossen: Die Judenverachtung und -bekämpfung zieht sich wie
ein roter Faden von Paulus bis Pius XII. durch Ihre Geschichte. Bereits
das Konzil von Elvira 306 verbot den Christen, mit Juden oder Heiden an
einem Tisch zu sitzen, also schon damals dieser Auserwähltheitsdünkel
der Religion der Liebe.
Der Davidstern zur Kennzeichnung und Diskriminierung der Juden ist
keineswegs eine Erfindung der Nazis sondern hat eine lange christliche
Tradition. Seit den Kreuzzügen (womit diese regelmäßig begannen, wissen
Sie sicher) hatten die Juden den Judenhut, später den sog. gelben Fleck
zu tragen. Das zeigen Erlasse von Innozenz III., Benedikt XIII. und Paul
IV. in Österreich wurde der gelbe Fleck auf dem Ärmel 1551 per Gesetz
eingeführt. Die Catholica sollte sich der Wahrheit zuliebe nicht als
Freund und Retter der Juden aufspielen.

Und zum Thema Haßpredigten bei Luther: Da gibt es immer wieder diese
Versuche der Bischöfe, sich selbst lächerlich zu machen. Jüngstes
Beispiel der D. Meisner, von dem der Grünen-Politiker Beck aufgrund
seiner Äußerungen zu Sittenvefall, Homoehe usw. sagt: "Kardinal Meisner
betätigt sich einmal mehr als selbstgerechter Haßprediger, denn er
spricht ganzen Gruppen von Menschen die Existenzberechtigung ab."

Nachdem Sie nun schon so viel von nichtgegenständlichen Begriffen wie
"Gnade", "Segen", "göttliches Leben", "die große Wirklichkeit Gottes",
"das helle Licht", "die Heiligkeit der Kirche" hätte ich mal eine Frage:
Was ist Glaube? Ich meine nicht, was sie glauben, das haben sie
ausführlich dargelegt, aber der Glaube selbst, was ist das, also
unabhängig von seinem Inhalt.

Ich habe überlegt, womit die Kirche eigentlich neben der brutalen
Gewalt, also dem Scheiterhaufen (geht dummerweise heute nicht mehr, die
Welt ist komplizierter geworden) die Gläubigen an sich bindet. Es sind
zwei Dinge.

1. Wir alle müssen sterben und fürchten uns vor dem Tod. Da kommt nun
der Schwarzkittel und verheißt das Ewige Leben, natürlich nur denen, die
die Kirche mit 10% oder mehr im Testament bedacht haben. Niemand weiß,
wie das e. L. aussieht, aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge.
2. Jeder Mensch tut irgendwann mal etwas, bewußt oder unbewußt, durch
Tun oder Unterlassen, das er danach bereut. Das schleppt man dann
zeitlebens als Selbstvorwurf mit sich herum. Nicht so der Gläubige, der
beichtet, ihm wird vergeben, alles in schönster Ordnung. Deshalb die
vielen Vorschriften, sonst werden die Beichtväter ja arbeitslos. Und die
Beichte als Machtmittel ist ja nicht zu verachten. Nietzsche (der
angeblich tot ist): "Der Priester braucht die Sünde, er lebt von der
Sünde." So gesehen ist das Leben der Kirchenfrommen einfacher als das
der Selbstdenkenden.

Herzliche Grüße
Ihr
Roland Welcker.

03.11.2007

Werter Roland Welcker!

Zunächst einen guten Tag. Wegen Bruno Sch. würde ich mir nicht zu viele Gedanken machen. Die Menschen sind nun mal verschieden – und jeder hat seine „Spezialmethoden“, mit Problemen fertig zu werden- für manche ist es psychohygienisch wichtig, Grenzen zu ziehen. Die können bei jedem verschieden sein. Was den Vergleich mit dem Papst betrifft sollte man bedenken dass die Verantwortlichen in der Kirche auch mit einem so genannten „Index“ arbeiteten, sollte man nicht nur negativ sehen: Wir wissen doch, dass Menschen durch Ideen, die in Büchern Gestalt angenommen haben, oft stark beeinflusst worden sind- auch negativ. Manche Bücher können wie eine Bombe einschlagen und großen geistlichen Schaden anrichten. In unserer überinformieren Zeit ist das wahrscheinlich nicht mehr so extrem, da wir auf Grund der vielen Informationen, die auf uns einfließen, sehr oberflächlich sind und uns nicht mehr so beeindrucken zu lassen wie in Zeiten, wo es diese Bücherschwemme nicht gab. Prinzipiell weiss ich aber aus eigenen Erfahrungen, dass ein Buch ein Segen oder auch ein Fluch werden kann. Schriften, die durch den Autor zu Hass Gewalt anregen – oder durch die Art der Darstellung einseitig werden, können bei den Lesern Verheerendes anrichten. Wenn man diese Aspekte bedenkt, dann wird auch einem ein so genannter Index nicht nur negativ erscheinen- sondern als ein Akt der Verantwortung. Ein Vater, der seinen Kindern alles erlaubt ist entweder verantwortungslos, bequem oder schätzt die Gefahren, die auf den Menschen zukommen, nicht richtig ein. Daher würde ich auch den Index in diesem Zusammenhang der Verantwortung, der Psychohygiene und dem Versuch sehen, die Menschen vor Schaden zu bewahren.

Was das Thema Vergebung angeht: Es ist für die Kirche insofern ein wenig schwierig, weil hier oft Sippenhaftung in dem Sinn betrieben wird, dass die Kirche heute für Sünden und Vergehen verantwortlich sind, die vor  100 oder 500 oder 800 Jahren geschehen sind. Menschen in der Kirche sind auch Kinder ihrer Zeit. Und mit dem Wissen von heute urteilen wir über Menschen vor 800 Jahren, die dieses heutige Wissen nicht hatten. Damit ist die Gefahr groß, im Urteil ungerecht zu werden. Daher sehe ich es auch ein wenig skeptisch, wenn ein Papst für Sünden um Vergebung bittet, die vor 800 Jahren z.B. passiert sind. Dass ein Johannes Paul II das versuchte, ist zwar  ein Ausdruck der Demut – aber ich weiß nicht, ob hier nicht auch die Gefahr gegeben ist, Sippenhaftung der Kirche zu fördern, Verantwortung für Sünden zu übernehmen, die auf Grund vieler unglücklicher Umstände vor 400 Jahren z.B. passiert sind. Wichtiger finde ich persönlich, dass man die Zeichen der Zeit versteht – und das, was die Menschen heute betrifft im Geist der Unterscheidung beurteilt- wie z.B. die Verbrechen an den ungeborenen Menschen, der Missbrauch und die Ausbeutung des Menschen durch Technokratie und Wissenschaftswahn, die aus dem Menschen immer mehr ein „Versuchsobjekt“ machen. Den Menschen von heute Sinn zu geben, und die tiefe Sehnsucht nach Glück und ewiger Freude (die letzlich Ausdruck der Sehnsucht nach Gott ist) durch spirituelle Stärke zu begegnen- das halte ich in einer Zeit, wo Drogensucht und viele andere Irrwege stark geworden sind für Wesentlicher als immer in der Vergangenheit herum zu wühlen oder herumwühlen zu lassen.

Über die Kindertaufe möchte ich zuerst einmal einen Predigtausschnitt von Pfr. Dr. Markus Plöbst einfügen:

Kindertaufe

In alten Kirchen befinden sich links und rechts vom Eingang die Taufbecken, oder es gibt, in südlichen Ländern unmittelbar vor der Kirche ein Baptisterium, eine Taufkapelle. Die Menschen wurden dort getauft, und nach diesem Ereignis augenscheinlich in weißen Kleidern in die Gemeinschaft der Gläubigen hineingeführt. Daraus sieht man schon, dass die Taufe keine Privatveranstaltung eines einzelnen oder einer Familie ist. Heute werden selten Erwachsene getauft. Vielleicht sieht man daran noch besser, dass dieses Kind von Anfang an zu uns gehört und wir auch verpflichtet sind, diesem Kind Glaubenszeugen zu sein. Mein zweiter Gedanke bezieht sich auf die Kindestaufe. Die hohe Kindersterblichkeit spielte seinerzeit eine große Rolle in diesem Zusammenhang. Warum also heute kleine Kinder taufen? „Die können sich das nicht aussuchen, ob sie getauft werden sollen, sie sollen sich selbst entscheiden“ hört man immer wieder. Dieses oft genannte Argument steht der Tatsache gegenüber, dass ein kleines Kind sich auch weder Eltern noch Kultur noch Sprache noch Namen noch politische Zugehörigkeit der Eltern usw. aussuchen kann. Gute Eltern geben ihren Kindern eben etwas mit auf ihrem Lebensweg, von Anfang an. Der Glaube ist ein Geschenk an ihr Kind. Umgekehrt kann er dieses Geschenk auch wieder weglegen, den Glauben ablegen. Es ist aber eine mögliche Vorgabe. Sie schenken dem Kind alles, ihre ganze Liebe und ganz bewusst auch die Gemeinschaft der Gläubigen, damit es weiß, wo es hingehört. Das sind die Wurzeln, die ein Kind hat und aus denen heraus ein erwachsener Baum schöpfen kann. Sie können den Baum natürlich- um bei diesem Bild zu bleiben- fünf Jahre lang im Blumentopf haben, und dann erst irgendwo einsetzen, aber sie wissen selbst, wie absurd so etwas ist. Jeder Mensch braucht Wurzeln, und die Wurzeln sind bei dem kleinen Kind die Gemeinschaft derer, die für ihn mitbeten, für ihn mitdenken. Wenn sie einem Kind erst mit zehn Jahren die deutsche Sprache beibringen, dann wird das Kind einen Akzept haben. Bringen wir schon unseren Kindern bei, wie wir beten, wie wir glauben. Das Sakrament selbst hat seine Bedeutung und Kraft aus sich heraus- wie auch bei der Eheschließung, der Priesterweihe, der Firmung, der Krankensalbung. Es ist die Berührung mit Gott, bewusst oder unbewusst. Bei jedem Sakrament öffnet sich ein Stück des Himmels, und die Gnade Gottes kommt auf uns herab. Natürlich, das ist ein Glaubensakt, deshalb sind wir ja in der Kirche, weil wir Gläubige sind und nicht einfach religiös Interessierte.  (Dr. Markus Plöbst, Predigt 10.1.99 B.A.)

Dass Jesus nicht getauft hätte ist natürlich eine fadenscheinige Behauptung oder waren sie dabei, als Christus die Apostel aufnahm? Natürlich wurde diese auch mit dem HEILIGEN GEIST getauft.

Was Luther betrifft sollte man dessen Judenhass und Papsthasse nicht schönreden – auch wenn es solche Vergehen auch von manchen in der Kirche gab. Die Sünde der einen entschuldigt keineswegs die Sünden der anderen. Und Sippenhaftung gilt auch hier nicht.

Was die Aussagen mancher Bischöfe betrifft- kann man dafür natürlich nicht die gesamte Kirche dafür verantwortlich machen. Sonst könnten wir auf der anderen Seite die Taten der Heiligen für uns in Anspruch nehmen. Für seine Aussagen ist zuerst mal jeder selbst verantwortlich. Aber gerade was Kardinal Meisner betrifft habe ich den Eindruck, dass man ihn gerne in eine Ecke des Hasses stellt- und das hat bei manchen wohl projektorische Gründe. Wenn kardinal Meisner klare Worte zum Sittenverfall sagt- und das passt einer liberalen, libertinistischen und auf Lust und Spass ausgerichteten Welt nicht – dann sollte man diesen Aspekt nicht übersehen: Es wird etwas als „Hass“ empfunden, was in Wahrheit aus Verantwortungsbewusstsein kommt. Wenn man ein verkehrtes Verhalten kritisiert, dann spricht man nicht Menschen die Existenzberechtigung ab.

Die Frage nach dem Glauben: Der Glaube ist die gelebte und lebendige, persönliche Beziehung zu Gott.

Dass die Menschen heute durch die Medien auf eher geistige Scheiterhaufen gebunden werden, ist auch einen Gedanken wert: Indem die Sünden der Menschen medial breit getreten werden, kann man darin ruhig eine subtile Gewalt sehen- die durch die Medien in manipulatorischere Weise ausgeübt wird. Die Menschen werden hier auch in eine Richtung gelenkt, gedrängt und prokrustriert. Wer sich diesem Massentrend nicht anschließt, wird geistigerweise hingerichtet.

Ihre Ausdrucksweise (z.B. Schwarzkittel) verrät, dass jener Hasse, den sie der Kirche zuschreiben oder auf den sie zeigen, möglicherweise nicht so sehr außen ist. Die Gefahr kennt je jeder: Wer andere verurteilt, verurteilt sich selbst. Wer bei anderen immer nur das Negative sieht zeigt, dass in seinem Herzen Dunkelheit ist, sonst würde er das bei anderen nicht sehen oder dort hineinsehen.  Aber nun konkret zu dem, was die Kraft der Kirche ausmacht: Es ist, dass Jesus in ihr und durch sie lebt und wirkt. Die heiligen Sakramente, das Evangelium und die geistlichen Vollmachten die Gott dieser Kirche anvertraut haben sind ihre eigentliche spirituelle Kraft. Immer dann, wenn Menschen in dieser Kirche diese Vollmacht des Dienens, der Liebe missbrauchen, geht es schief.

Was das Heil des Menschen anlangt lehrt die Kirche, dass es nicht auf das äußere Tun ankommt, und dass man sich das Heil auch nicht erkaufen kann- sondern dass Gott auf das Herz des Menschen sieht. Gerettet wird nicht der, der äußerliche Regeln befolgt, sondern wer den Willen Gottes tut. Es ist kurzsichtig zu behaupten, niemand wüsste wie das ewige Leben aussieht: Denn erstens hat sich Gott uns offenbart und sehr klare Auskunft gegeben- und zweitens beginnen Himmel und Erden schon hier auf Erden:

Dort, wo Menschen Gott lieben, einander lieben- dort ist ein Stück Himmel. Dort wo Gott abgelehnt wird und der Hass und die Sünde regiert, dort ist ein Stück Hölle wahrzunehmen. Das ewige Leben (Vereinigung mit Gott) beginnt nicht erst im Jenseits. Das ist ein künstliches Abschieben: Die Heiligen können uns z.B. klare Zeugnis dafür geben, dass das Ewige Leben schon hier und jetzt beginnt. Und in den wunderbaren Dingen die im Leben der Heiligen geschehen (die von den Atheisten und Materialisten natürlich fleissigst geleugnet werden) zeigt sich etwas von dieser Wirklichkeit Gottes und des Ewigen Lebens. Aber am meisten blind sind jene, die nicht sehen WOLLEN. Und statt die wahren Kinder Gottes und der Kirche- die Heiligen- als Zeugen für die Wahrheit auch der Kirche zu sehen zeigt man auf die Sünden und das Versagen von Menschen dieser Kirche oder Verantwortlichen in der Kirche, die durch ihre Sünden Ärgernis gegeben haben. Dass Menschen eher Skandale breittreten und kritikastisch sind, das zeigen ja auch unsere Zeitungen: Sie sind voll von berichten über Mord, Totschlag, Verbrechen aller Art. Wenn ein Ehemann untreu ist, dann wird breit berichtet. Jahrelange Treue ist keine Zeile wert. Auch auf diese Weise wird Manipulation betrieben. Und der Kirche die Verbrechen von Jahrtausenden vorwerfen ist eine geschickte Atheisten- Hass- und Antichristenmanipulation, die von den meisten oberflächlichen Negativ- botschaftenfreunden nicht einmal bemerkt wird, weil es medial üblich ist. Diese Form der Lüge sollte man nicht übersehen- auch wenn sie handelsüblich wurde.

Dass die Sünde ein tägliche Realität ist- da bräuchte man nur in sein eigenes Handeln und Tun ehrlich hinein schauen. Dass Gott uns – auch durch das Wirken der Kirche- einen Weg der Heilung schenkt, wäre ein Grund zur Freude. Aber wie Sie selbst andeuten, ist es das nicht für alle. Das Verfahren, die Sünde ,zu beschönigen, deren Realität zu leugnen ist zwar einfacher- aber keine wirkliche Lösung. Schade eigentlich: Aber ohne Erkenntnis dessen was falsch ist,, gibt es keine Besserung.

So weit einige Stellungnahme zu Ihren Ausführungen für heute.

Mit herzlichem Gruß,

P.Schmidt

03.11.2007

Sehr geehrter Herr Schmidt,
ich bedanke mich für Ihre Antwort.
Eine Antwort meinerseits fällt mir nicht schwer.

Den Geist der Zeit zu bemühen, in dem man noch nicht so weit wie heute war, ist ein altes Argument von Leuten, die die Spuren von Verbrechen verwischen möchten. Greifen wir mal hinein ins volle Verbrecherleben: 1415 wird Jan Huss zum Konzil geladen. Der Kaiser sichert ihm freies Geleit zu, dort nun wird er vor ein Gericht gestellt, das ihn zum Ketzer erklärt. Nun gilt auf einmal diese Maxime: "Einem Ketzer, Gottlosen, Kirchenfeind usw. gegenüber ist ein Katholik grundsätzlich zu nichts verpflichtet, ein gegebenes Wort ist automatisch hinfällig." Den weiteren Verlauf kennen Sie. Das mittelalterliche Lehnswesen beruhte vollständig auf dem gegebenen beiderseitigen Eid (der Lehnsmann schwört Treue, der Lehnsherr schwört, ihn zu beschützen und ein Lehen zur Nutzung zu übergeben), der durch anwesende Zeugen rechtsgültig wurde. Und das Wort des Kaisers sollte über jeden Zweifel erhaben sein. Dieses zu seiner Zeit so hohe Rechtsgut wird bedenkenlos verworfen. Also ein schreiendes Unrecht im moralischen Sinn dieser Zeit. Wir stellen fest, ein Unrecht bleibt ein Unrecht, auch von Ewigkeit zu Ewigkeit. Sie sehen selbst, man braucht nicht heutiges Wissen bemühen, um die Verbrechen der Vergangenheit zu diskutieren. Und es ist schon so: Die Kirche ist die größte und leider erfolgreichste kriminelle Organisation der Geschichte.

Überhaupt kommt das Thema Moral in der Diskussion zu kurz. Darf ein Katholik sich gegenüber einer nichtkatholischen Umwelt alles erlauben, jede Lüge, jede Verleumdung, jede Hinterhältigkeit, nur weil es "gottgefällig" ist? Selbstverständlich, er darf nicht nur, er muß sogar! Haben Katholiken Selbstachtung und eine eigene Würde? Ich zitiere Ihnen mal Röm. 3.6: "Denn so die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preis, warum sollte ich denn noch als ein Sünder gerichtet werden und nicht vielmehr also tun, wie wir gelästert werden und wie etliche sprechen, daß wir sagen: 'Lasset uns Übles tun, auf daß Gutes daraus komme?'" Das ist der Freibrief für ALLES, denn was dient eigentlich nicht der Wahrheit Gottes? Hier liegt der Schlüssel zu den tausenden unverschämten Fälschungen des Mittelalters, die seltsamerweise aber alle auf ganz realen, irdischen Besitz hin ausgerichtet sind.

Das Thema Sippenhaftung, das Sie "ein wenig skeptisch" sehen, hat auch zwei Seiten. In dem Film "Die haßerfüllten Augen des Herrn Deschner" sagt ein Bischof ganz frech in die Kamera: "Wenn meine Vorfahren ein Verbrechen begangen haben, bin doch nicht ich dafür verantwortlich." Da hat er im juristischen Sinn recht. Es geht eigentlich nicht um die Vergangenheit, sondern ihr kontinuierliches Fortwirken in der Gegenwart, um denselben Geist in Jahrtausenden. Und da gilt heute wie früher: Geld, Macht, Wohlleben der Prälaten, nicht den Menschen dienen, sondern sie beherrschen, immer mit den Siegern und Mächtigen, gottgefälliges Wirken im Verborgenen, den Krieg als Gottes Strafe sehen, in dem gleichzeitig unser Einfluß wächst, usw. usw.  Die Lüge ist das allgegenwärtige Werkzeug unseres Tuns. Wie schon Nietzsche erkannte:  "Wenn ein Bischof oder Papst spricht, dann irrt er nicht, sondern er lügt."  Denken Sie mal drei oder vier Jahre zurück, da gab es ein großes Jammern, wie arm die Kirchen sind und daß sie ihr soziales Tun nicht mehr finanzieren können. Also ein Versuch, das Land noch mehr auszubeuten. Niemand erhält ja Einblick in die Cassa-Bücher, da hat man seine Gründe. Es gibt aber Fachleute, die Folgendes feststellten und publizierten:
1. Die Kirchen geben nur 9% ihrer Einkünfte für Soziales aus
2. Die kirchlichen Kindergärten usw. werden zu 90% von den Kommunen finanziert, die Kirche bezahlt also nur das Kruzifix an der Wand
3. Der Besitz der beiden großen Kirchen hat einen Wert von annähernd 1000 Milliarden DM, es liegt also keinerlei Bedürftigkeit vor.
Damit verschwand das Thema ganz schnell wieder, aber man hatte wenigstens versucht, Gottes Wahrheit zu verherrlichen.

Oder ganz aktuell: Die Trierer Ausstellung über Konstantin den "Großen" (Sie wissen schon, dem das Kreuz am Himmel erschien). Wie wird er als Begründer der katholischen Kirche gefeiert und geehrt, so, als ob es das 6. Gebot zu seiner Zeit noch nicht gegeben hätte. Weiß man doch, daß dieser Gotteskämpfer - von den Toten seiner Eroberungskriege zu schweigen - seinen Sohn, seine Frau, viele seiner Verwandten und alle Verwandten früherer Kaiser ermorden ließ. Er ließ sie ermorden - der erste Schreibtischtäter der Christenheit.

Jesus hat nicht getauft, das wäre eine fadenscheinige Behauptung? Richtig, ich war nicht dabei, ich verlasse mich aber auf Gottes Wort im NT. Joh. 4.2: " ... wie Jesus mehr zu Jüngern machte als Johannes, wiewohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger ..." Sie sehen, solche Begriffe wie ... "Die heiligen Sakramente", "die geistlichen Vollmachten die Gott dieser Kirche anvertraut hat", "eigentliche spirituelle Kraft", "Vollmacht des Dienens", "das Heil des Menschen", "Gott hat sich uns offenbart" usw. sind ja ganz schön, jedoch ohne Gottes Wort selbst kommt man nicht aus, das Wort zum Sonntag genügt nicht.

Was meinen Sie aber eigentlich mit "Luthers Judenhaß schönreden"? Ich zeige Ihnen aus der Geschichte, welche Wurzeln dieser hat und Sie kommen mit so einer dümmlichen Phrase daher. Als ob ich das entschuldigen wollte. Luther hat den Papst bekämpft (das war bei diesen hehren Charakteren auf dem Stuhl Petri richtig), er hat, weil er ein Kind seiner (katholischen) Zeit war, die Juden bekämpft und an Teufel, Geister und Hexen geglaubt. Das Thema ist zu ernst für solche Flapsigkeit. Überhaupt - Sie gehen kaum auf Tatsachen ein, dafür gibt es fromme Sprüche in Massen. Von Eugen Drewermann, den ich verehre, sagen Sie "Drewermann kann man für einen gläubigen deswegen nicht empfehlen, da Herr Drewermann mehr Psychologe wurde als Theologe – und sein Abstandnehmen vom Glauben sich offen kund tut." Da kann ich mich nur wundern, wie leichtfertig Sie hier urteilen, macht Sie der Titel dieses Werkes - mittlerweilen 7 dicke Bücher - nicht nachdenklich: "Glauben in Freiheit"?

Auch das wäre ein Thema für sich: Glaube und Aberglaube als Zwillinge in der katholischen Welt von heute. Es gibt einen Bericht des päpstlichen Exorzisten über eine Teufelsaustreibung Joh. Pauls II. am 4. April 1982. Dieser, der oberste Teufelsaustreiber brüstet sich, bereits 20.000 Teufel bezwungen zu haben. Das wissen Sie doch sicher alles.

Ich wünschte mir, Sie blieben mehr in der Sprache und Wirklichkeit unserer Zeit, Ihre Argumentation ist nicht zu theoretisch sondern zu wirklichkeitsfremd. Das gilt nun für die Kirche als Ganzes. Weil sie nicht zu den Menschen sondern über die Menschen spricht, wird sie keine Zukunft haben, wobei ich keine Prognose abgebe, ob sie noch 300, 500 oder 1000 Jahre dahinsiecht.

Ich grüße Sie aus meinem schwarzem Herzen und erwarte nun baldmöglich mein Damaskus.

Herzlich Ihr
Roland Welcker


* * * * * * *


Nun wird es klar, warum diese Diskussion so unerfreulich verläuft: Es waren doch vier und nicht drei Fragen. Die kann doch der klügste Müllersohn nicht beantworten. Und die Weltliteratur hat sich strikt geweigert, solchen Unsinn zu legitimieren. Ich komme folgerichtig zu einem gewaltsamen Ende und merke nur noch das an: Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.


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Sehr geehrter Herr Schmidt,


Sie haben recht, eine weitere Diskussion wird keinen Erfolg haben. Wir verabschieden uns also im Frieden und gehen unseren Weg weiter. Aber über EINE Sache muß ich Sie doch noch aufklären, ich meine die Frage des Hochamtes für einen nichtkatholischen Selbstmörder. Allein das Wort "Selbstmord" sollte jede weitere Überlegung verbieten, dazu kommt noch "nichtkatholisch", also heidnisch. Das müßte doch mit dem Teufel zugehen ....


Tatsache ist nun aber, sogar die Tagesschau hat es gezeigt, daß 2001 die Frau des Altbundeskanzlers Helmut Kohl, HANNELORE KOHL, ein Hochamt im Dom zu Speyer erhielt. Ich schätze diese Frau, weil sie gegen die moralischen Verbote der Kirchen den Mut aufbrachte, ihrem qualvollen Leben ein Ende zu machen. Sie war Protestantin, über ihren Selbstmord gibt es keinen Zweifel. Also haben die Herren Georgens und Lehmann wohl von Gott persönlich im Eilverfahren den entsprechenden Befehl erhalten. Wie sieht es mit der Bezahlung aus? Das war alles vom Katholiken Kohl, den ich ebenfalls wertschätze, schon in seiner Zeit als Bundeskanzler geregelt worden. Wieder einmal: Schöne Regeln und Gebote und die Klugheit keine davon zu halten - das Erfolgsrezept der letzten 2000 Jahre.


Sie hatten in diesem Zusammenhang  geschrieben:


"Es gab zwar immer wieder Menschen die Vollmacht mit Macht verwechselt haben, sich kaufen ließen – aber wir wissen, dass es in der Kirche bei allem Verrat durch Einzelne jene Heiligen gibt, ... "


Hoffentlich erfährt das nun der Herr D. Lehmann in Mainz nicht, daß Sie ihn einen Verräter genannt haben. Seien Sie unbesorgt, von mir nicht.


Mit freundlichen Grüßen, alles Gute für Sie
Roland Welcker.

-- 
Roland Welcker




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