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Von der verfolgten zur verfolgenden Kirche

Im Folgenden wird tabellarisch & in Stichworten die Entwicklung des R�mischen Reiches & der katholischen Kirche im 4. Jahrhundert dargestellt. F�r ausf�hrlichere Darstellungen bitte bei Deschner, Wikipedia & Brockhaus nachschlagen. Dieser Text bezieht sich weitgehend auf Ersteren.
Im R�mischen Reich ( IR ) gab es gro�e territoriale Unterschiede. So leben zu Beginn des Jahrhunderts im Ostteil mehr Christen als im Westteil, die Donatisten waren besonders in Afrika stark. Auch wurden die kaiserlichen Erlasse regional ungleich beachtet, so da� diese oft wiederholt & versch�rft werden mu�ten.
Im Text werden weitgehend, dem allgemeinen Gebrauch folgend, Religion & Kirche gleichgesetzt. Es ist aber ein demagogischer Wortgebrauch der Geistlichkeit: Religion ist so alt wie die Menschheit, sie ist an keinerlei Ritus & Wortverk�nder gebunden; katholische Kirche ist die Verbeamtung & Ritualisierung eines verf�lschten Gottesglaubens. N�heres bei Eugen Drewermann.

Im 4. Jahrhundert gab es meist mehrere Kaiser im IR, zum Einen die sog. Mitkaiser, sozusagen Stellvertreter des regierenden Kaisers mit gro�en Vollmachten ( z. B. wurde Galerius 293 von Diokletian zum Mitkaiser ernannt); zum anderen die Kaiser der Reichsteile.


Jahr

R�misches Reich

Katholische Kirche




306

Konstantin der Gro�e (KdG) wird von seinen Truppen in England zum Kaiser des Westreiches erhoben. Es gibt drei weitere Kaiser: Maxentius - (Rom, Italien, Afrika & Spanien),
Licinus - Donaugebiete & Griechenland,
Maximinus Daia - nichteurop�ischer Teil & �gypten.

Letzte Christenverfolgung unter Diokletian, deren Ausma� wird sp�ter von der katholischen Propaganda ma�los �bertrieben.
Die katholischen Bisch�fe predigen Toleranz & Glaubensfreiheit.

310

KdG erobert Spanien & schw�cht damit seinen Mitkaiser Maxentius


311

KdG verb�ndet sich mit Licinus & beginnt den Einmarsch in Italien gegen Maxentius.

KdG pr�feriert auf der Suche nach einer reichseinheitlichen & reichseinigenden Religion das Christentum in seiner arianischen Auspr�gung.
Kurz vor seinem Tod erl��t Kaiser Galerius das "Toleranzedikt von Nikomedien", das das Christentum zu einer den anderen  gleichberechtigten Religion aufwertet.

312

Schlacht an der Milvischen Br�cke vor den Toren Roms. KdG siegt, Maxentius f�llt.

Die Kirchenv�ter sehen diesen Sieg als einen Sieg des Christentums �ber die heidnischen Religionen an. KdG schenkt den Lateranpalast dem Bischof von Rom (Papstsitz bis 1308). Er fordert & f�rdert den Bau von Kirchen. Der Klerus erh�lt reiche Geldgeschenke.  Er wird von staatlichen Dienstleistungen & von der Gewerbesteuer befreit. Im Kaiserpalast findet eine Synode statt.


Exkurs:

Fr�hchrislicher Kirchenbau


�ber Kirchenbauten der ersten Zeit ist nichts bekannt. Eusebius von Caesarea gibt 317 eine Beschreibung einer Kirche dieser Zeit vom Basilikatyp.  (Da man die heidnischen Tempel nicht nachahmen wollte, verwendete man als Grundmuster die r�mische Markt-  & Gerichtshalle.) 

Vorgelagert ist ein Atrium (Hof mit S�ulenhallen, offensichtlich die Vorlage des sp�teren Kreuzganges. Drei Bronzet�ren f�hren ins dreischiffige Innere. Das Mittelschiff ist �berh�ht & mit Fenstergaden versehen. Hier stehen die Christen & empfangen durch die Fenster die g�ttliche Erleuchtung, die Heiden befinden sich in den Seitenschiffen. Am Westende befindet sich ein Triumphbogen, dahinter die halbrunde Apsis mit Bischofsthron sowie den B�nken f�r die Geistlichkeit. Der Altar ist durch ein Gitter abgetrennt.

Etwa zur gleichen Zeit entstehen in Rom
- eine f�nfschiffige Basilika, die Lateransbasilika.
- eine Umgangsbasilika (Zentralkirche?) f�r M�rtyrerverehrung & Totenkult
- ab 324 Alt-Sankt-Peter, f�nfschiffig mit Querhaus (Kreuzform!) & Atrium.

Jahr R�misches Reich Katholische Kirche



313 Neuer Pakt KdGs mit Licinius. Beide erlassen das "Mail�nder Edikt". Maximinus kommt einem Angreiff beider zuvor, unterliegt aber & stirbt. KdG bringt alle Familienangeh�rigen der fr�heren Kaiser um. Das Christentum ist als juristische Person anerkannt. Es herrscht volle Religionsfreiheit im IR.
315 Es gibt das erste judenfeindliche Gesetz, nach 325 wird es noch versch�rft. Die durch alle Jahrhunderte bezeugte Judenfeindschaft der Catholica, die schon bei Paulus vorhanden ist, bekommt hier erstmals exekutive Gestalt. (Kurios: Gerade heute am 28.Mai 2006 besucht Papst Ratzinger das Vernichtungslager Auschwitz. Soviel ich sehe, wird dieses Thema aber nicht angesprochen.) Es bilden sich zahlreiche christliche Sekten & H�retikergruppen. Der Kaiser vermittelt & wirkt auf die Einheit der Kirche & damit des Reiches hin.
316 KdG f�hrt Krieg gegen Licinius. Er erobert fast alle europ�ische Provinzen. Dieser Krieg wird ideologisch als "Religionskrieg" gef�hrt.
Die erste Christenverfolgung durch Christen (Donatisten in Afrika).
321
Die Kirche wird erbberechtigt. Beginn einer Epidemie, die dazu f�hrte, da� im Mittelalter der Kirche ein Drittel Europas geh�rt (Parole: Tausche Weinberg gegen die Ewige Seligkeit). Schon im 5. Jahrhundert ist der R�mische Bischof der gr��te Grundbesitzer im IR.
324 Sowohl Flotte als auch Heer des Licinius werden besiegt. KdG ist Alleinherrscher im IR. Der Endkampf um die Alleinherrschaft wird ideologisch vorbereitet.
Das Christentum ist endg�ltig Sieger im IR. Es ist von einer unterdr�ckten zu einer anerkannten & gef�rderten Religion geworden. Das Jahrtausende mit wechselnden Herschaftsformen bestehende B�ndnis von Thron & Altar ist perfekt. Die Kirche sichert durch ihre Lehre den Bestand der jeweiligen Ordnung, wobei die Art derselben v�llig gleichg�ltig ist. Dieses B�ndnis funktioniert auch in L�ndern, wo Staat & Kirche getrennt sind, z. B. in der klerikalen Bundesrepublik Deutschland.
Die Pr�laten erhalten immer mehr Privilegien & werden m�chtig & reich.

Exkurs:

Die Religion des Friedens & der Krieg


Jesus von Nazareth war Pazifist, frei von Chauvinismus & Machtanspr�chen. Er verwirft jede Gewalt, lehrt & lebt den Heroismus des Duldens, nicht der Selbstbehauptung. Ein Symbol dieser Haltung ist Joh 18.1-11 & Luk 22.47-53. Entsprechend wird in den ersten drei Jahrhunderten nirgends der Kriegsdienst erlaubt. Justinius sagt, der Kaiser k�nne kein Christ, ein Christ kein Kaiser sein. Die Bisch�fe dieser Zeit verk�nden einhellig die Gewaltlosigkeit. Sie verwerfen sogar die Notwehr & die Todesstrafe. Ein Christ durfte nicht Soldat, ein Soldat konnte Christ werden, durfte aber nicht k�mpfen. So sind die meisten M�rtyrer dieser Zeit Soldaten.
313 wird das Toleranzedikt erlassen & buchst�blich �ber Nacht verwandelt sich die pazifistische Kirche in die Kirche der Feldpfaffen. Die Synode von Arelate 314 beschlie�t die Exkommunikation desertierender Christen. Und im 4./5. Jahrhundert sind viele der hohen Offiziere Christen. Der Klerus wirft die Ideale zugunsten von Teilhabe an der Macht, gesellschaftlichem Ansehen, Reichtum & pers�nlichem Wohlstand bedenkenlos weg. Der Kaiser braucht eben keine pazifistische, sondern eine die Waffen segnende Kirche. Es gibt nun den "Heiligen Krieg" & nicht Lenin sondern St. Augustin pr�gt das Wort vom "Gerechten Krieg". Im Heer wird der christliche Gottesdienst eingef�hrt. Das Kreuz wird zum Kriegszeichen & bleibt es, bis sp�ter christliche Heere gegeneinander k�mpfen.

Exkurs:

Christliche Heuchelei & L�ge

Nur eins von zehntausenden Beispielen: Bischof Eusebius ( um 260 - 339) �bersch�ttet Licinius mit Schmeicheleien, als er als wahrer Besch�tzer des Christentums erscheint. Nach dem B�ndnis beider Kaiser (313) sind sie beide "gottgeliebte M�nner". Auf den M�nzen erscheinen beide mit Heiligenschein. Als KdG gegen Licinius zu Felde zieht, wird dieser selbstverst�ndlich verteufelt.

Jahr R�misches Reich Katholische Kirche



324 KdG l��t auf Staatskosten im ganzen Reich Basiliken bauen, allein in Rom sieben.
Beginn der Heidenverfolgung im IR.
Der r�mische Klerus wird mit materiellen G�tern (Geld & Grundbesitz) richtiggehend �bersch�ttet. Die Bisch�fe genie�en h�chstes Ansehen in der Gesellschaft. Manche ahmen bereits den Glanz des kaiserlichen Hoifes nach & sitzen wie KdG auf einem Thron. Sie haben denselben Rang wie die hohen kaiserlichen Beamten.
Die Kirche darf die Staatspost benutzen (Brief- & Personentransporte).
325
KdG befielt (ein Heide, er ist nicht getauft!) auf dem Konzil zu Nicae einen Glaubenssatz in einer v�llig gleichg�ltigen theologischen Streitfrage. Es geht den Bisch�fen mehr um Selbstprofilierung, Einflu� & damit Macht. Der Arianismus & andere christlichen Richtungen (es gibt Dutzende davon!) werden geschw�cht.
326 KdG erl��t das sog. Ketzeredikt. Ketzer sind alle Christen, die Lehre oder Liturgie der katholischen Kirche ablehnen oder ab�ndern.
Vernichtung aller G�tterbilder im Ostteil des IR, Verbot der Wiederherstellung bauf�lliger Tempel. Zerst�rung von �berregional bedeutenden Tempeln.

330 Finanziert durch Tempelraub gr��ten Ausma�es wird Konstantinopel nach 6j�hriger Bauzeit neue Hauptstadt des IR, Rom r�ckt an zweite Stelle. KdG nennt sich "vicarius Christi". Der Kaiserkult wird unter neuem Vorzeichen weitergef�hrt. Der Kaiser wirkt in Gottes Auftrag, untersteht keiner Kritik, schuldet niemand Rechenschaft. Die Senatoren sind entmachtet, aus Regierung & Gesetzgebung ausgeschlossen.
Verurteilung des Neuplatonismus.
Tempelpl�nderungen, Tempelbesitz wird der Kirche �bereignet.
Die Pr�laten erhalten staatliche Macht: das bisch�fliche Gericht wird in Zivilsachen zust�ndig, es gibt keine Appellation.
"Die Kirche w�chst zum Staat im Staate empor".
Aber: Oberster Herr der Kirche ist nach wie vor der Kaiser. Die Kirche f�hrt die kaiserliche Gewalt auf Gott zur�ck. Sie vergleicht KdG mit Abraham, mit Moses.
337 KdG sirbt, auf dem Totenbett l��t er sich angeblich vom arianischen Bischof Roms (Sylvester I.) taufen, dieser ist aber bereits zwei Jahre vorher verstorben. (Silvesterlegende - eine der zahllosen L�gen der Catholica) Er stirbt also als Ketzer.
Sein Sohn Konstantius wird Kaiser. Dieser ermordet fast alle m�nnlichen Familienangeh�rigen. Eine feine, eine christliche Familie.
Reichsteilung unter KdGs S�hne, es erh�lt:
- Konstantius den Westen mit Trier als Hauptstadt.
- Konstans Italien Griechenland, Afrika
- Konstantin II. den Osten.

340 Konstantin II. f�llt in Italien ein, wird besiegt & f�llt. Konstans �bernimmt den gesamten Westen.
346 Konstantius befielt die Schlie�ung der Tempel in den St�dten.
347 Das Unionsdekret vereinigt zwangsweise die Donatistenkirche mit der katholischen. Kirchenvater Maternus fordert den Kaiser in seiner Schrift "Vom Irrtum der heidnischen Religionen" zur endg�ltigen Vernichtung des Heidentums auf. Er fordert sch�rfste Gesetze & die Pl�nderung aller Tempel. Die alte Forderung nach Religionsfreiheit hat sich in die Forderung nach Vernichtung aller anderen Kulte / Religionen verwandelt.
350 General Magnentius putscht & hat in kurzer Zeit gro�e Teile des IR in seiner Hand. Konstans wird auf der Flucht ermordet.
351 Konstantius besiegt Magnentius
353 Selbstmord Magnentius, Konstantius ist Alleinherrscher. Konstantius pr�feriert den Arianismus, er wird deshalb von den "Kirchenv�tern" beschimpft & verleumdet, allerdings erst nach seinem Tod.
355 Konstantius erkl�rt: "Was ich will, das hat als kirchliches Gesetz zu gelten. Entweder ihr gehorcht, oder ihr geht in die Verbannung." Der Klerus wird von der Grundsteuer befreit. Bisch�fe d�rfen nicht vor �ffentlichen Gerichten angeklagt werden. Nun werden auch die Frauen der Geistlichkeit sowie das Dienstpersonal & deren Kinder f�r immer von Steuerzahlungen & �ffentlichen Leistungen befreit.
356 Konstantius befielt die Schlie�ung aller Tempel. Auf die Aus�bung heidnischer Kulte stehen Todesstrafe & Verm�gensentzug.
Es kommt zu Zerst�rungen & Pl�nderungen von Heiligt�mern.

357 Konstantius besucht Rom & stellt die gro�en Tempel unter seinen Schutz.
361 Konstantius stirbt. Julian, ein Neffe KdGs, wird Kaiser & versucht die Restauration des Heidentums. Die Christen beschimpfen ihn als "Apostata" (Abtr�nniger).
Er f�hrt ein gerechtes & tolerantes Regime (Steuersenkungen, Beschneidung des Klereus).

363 Julian wird ermordet. Sein Andenken wird von christlicher Seite so gut wie m�glich ausgel�scht & in den Schmutz gezogen. Der Klerus erh�lt seine Privilegien zur�ck.
364 Kaiser Valentinian I. Er ist Katholik. Der Arianismus wird unterdr�ckt.
375 Kaiser Valens. Er ist Arianer. Der Katholizismus wird unterdr�ckt.
Es gibt im ganzen 4. Jahrhundert einen "B�rgerkrieg" zwischen Katholiken & Arianern. Angeblich geht es um die "richtige" Lehre, in Wirklichkeit nat�rlich um Macht & Ansehen. (Goethe: "Zwei sind es, die da boxen, die Arianer & die Orthodoxen.")
377 Die Gesetze gegen die Donatisten werden versch�rft.
379 Valens f�llt im Kampf gegen die Goten. Damit wird das  Ende des Arianismus eingel�utet.
Sein Nachfolger, Kaiser Theodusius I. (Katholik) setzt sich das Ziel: Vollst�ndige Vernichtung aller Andersgl�ubigen.

380 Mehrere Edikte machen die katholische zur einzig legalen Religion im IR. Das Konzil von Konstantinopel (ohne Papst Damasus!) beschlie�t das bis heute g�ltige Glaubensbekenntnis. Aber: die Mehrheit der Bev�lkerung ist noch l�ngst nicht christlich.
384
Die Kirche hat bereits eine solche Macht, da� der Hl. Ambrosius dem Kaiser mit Exkommunikation drohen kann, falls er die Wiederaufstellung der Victoria im Senat gestattet.
386
Ambrosius erkl�rt: "Der Kaiser kann keine Bisch�fe richten, das d�rfen nur Bisch�fe selbst. Denn er steht in der Kirche, nicht �ber der Kirche (imperator enim intra ecclesiam non supra ecclesiam est)".
388 Valentinian I. verbietet den christlichen Ketzern jede religi�se Bet�tigung (Versammlungen, Gottesdienst, Errichten von Alt�ren). Ambrosius begr�ndet nach dem Abbrennen der Synagoge von Kallinikon (Raqqa) die Rechtm��igkeit dieser Handlung. "Was steht h�her: der Begriff der Ordnung oder das Interesse der Religion?"
391 Ein Edikt droht hohe Geldstrafen f�r Tempel betretende  & dort betende Heiden an. Wer vom kathiolischen Glauben abf�llt verliert Rechte & Ansehen.
Ein Erla� verbietet generell das Anbeten von G�tterbildern. Auch Kulthandlungen in Privath�usern werden unter Strafe gestellt.

392 Nach Valentinians II. Ermordung wird Eugenius Kaiser im Westreich. Er strebt eine Auss�hnung mit dem Heidentum an. Es werden keine Edikte gegen Juden & Ketzer erlassen, aber auch die Kirche m�chte er nicht verprellen.
393 Honorius' Edikte f�hren zur Schlie�ung & Enteignung der Tempel in Afrika.
394 Das Heer des Eugenius wird von dem des Theodosius I. geschlagen, er selbst wird ermordet.
395 Reichsteilung. Westrom besteht bis 476, Ostrom (Byzanz) bis 1453. Nach &  nach entsteht ein christlicher Zwangsstaat. Die Kaiser stehen voll unter dem Einflu� der Priester.
396 Die letzten Privilegien & Eink�nfte der Tempelpriester werden annuliert, heidnische Feste werden verboten.
398 Auf H�resie steht die Todesstrafe.
399 Gesetz zum Abbruch der l�ndlichen Tempel.
408 Alle Nichtkatholiken werden vom Hofdienst ausgeschlossen, den Tempeln werden alle Eink�nfte entzogen.
415 Die Einstellung von Nichtkatholiken in den Staatsdienst wird untersagt.
418 Die katholische Kirche setzt den Ausschlu� von Juden aus dem Staatsdienst durch.
435 Auf die Aus�bung heidnischer Kulte steht die Todesstrafe.
438 Erneuerung des Befehls zur Tempelzerst�rung.
529 Kaiser Justinian I. schlie�t die Philosophenschule zu Athen. Damit ist die antike Kultur f�r ein Jahrtausend vernichtet. Friedrich Nietzsche: "Das Christentum hat uns um das Erbe der Antike betrogen". Und in das gleiche Jahr legt man zur h�heren Ehre Gottes die angebliche Gr�ndung des Klosters auf dem Monte Cassino durch Benedikt von Nursia. Vollendung des christlichen Triumphes.

Exkurs:

Woher stammt die Bezeichnung "katholisch"?

Duden - Fremdw�rterbuch: katholisch (gr.-mlat.; das Ganze, alle betreffend; allgemein): 1. zur katholischen Kirche geh�rend; die katholische Kirche betreffend. 2. allgemein, [die ganze Erde] umfassend (von der Kirche Christi).

In dem Reisebericht "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802" von Johann Gottfried Seume fand ich hierzu eine interessante Bemerkung. Der Textauszug in Originalorthografie.

"... Wenn ich nun ein ordentlicher, systematischer Reisender w�re, so h�tte ich von Rimini rechts hinauf auf die Berge gehen sollen, um die selige Republik Sankt Marino zu besuchen; zumahl, da ich eine kleine Liebschaft gegen die Republiken habe, wenn sie auch nur leidlich vern�nftig sind. Aber ich ging nun gerade fort nach Cattolica und Pesaro. Die Arianer hatten, wie man sagt, auf dem Koncilium zu Rimini [ 359 n. Chr. ]den Meister gespielt: deswegen gingen die rechtgl�ubigen Bisch�fe mit Protest herber nach Cattolica und verewigten ihre muthige Flucht durch den Nahmen des Orts. Auch steht, wie ich selbst gelesen habe, die ganze Geschichte auf einer gro�en Marmorplatte ber dem Portal der Kirche zu Cattolica; ich nehme mir aber selten die M�he etwas abzuschreiben, am wenigsten dergleichen Orthodoxistereyen. In Pesaro, wo ich beyl�ufig die erste Handvoll p�pstlicher Soldaten antraf, fragte ich, weil ich m�de war, den ersten besten, der mir begegnete, wo ich logieren k�nnte? ..."

Hier noch die Regierungszeiten der im Zeitraum regierenden Kaiser

Name von bis Mitkaiser




Diokletian 284 305
Galerius 305 311 293
Konstantin der Gro�e 306 337 999
Maximinus Daia 311 313 310
Konstantin II. 337 340 317
Konstantinus II. 337 361
Konstans 337 350
Valens 364 378
Valentinian I. 364 375
Valentinian II. 375 392
Theodosius I. 379 395
Honorius 395 423 393

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