Zonengrenzen in Deutschland 1946
   


.
420

Diese Karte aus dem Jahr 1946 zeigt den von den Alliierten im Potsdamer Abkommen festgelegten Grenzverlauf:
Swinem�nde kommt zu Polen, Stettin ist deutsch. In der Wikipedia wird behauptet, da� Stettin am 5. Juli 1945 an Polen ging. Dem steht aber entgegen, da� die Gr�ndung der SED am 21. April 1946 nach Berichten von Zeitzeugen auch in Stettin erfolgte.
Pommern, Schlesien und Ostpreu�en werden noch als "unter polnischer Verwaltung stehend" bezeichnet.


421


422

Diese Karte aus demselben Jahr bildet den endg�ltigen Grenzverlauf ab. Stettin d�rfte bei den Vorgespr�chen zu den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen 1990 eine Rolle gespielt haben. Pommer usw. werden hier schon eindeutig als Ausland deklariert.
Man beachte auch den stolzen Preis von 75 Pfennig. Zu dieser Zeit konnte ein Ungelernter selten mehr als
1 Reichsmark pro Stunde verdienen.


423

Kurios war auch das: Wer zu DDR-Zeiten von Leipzig nach Frankfurt fahren wollte und die Reise von den
"Beh�rden" auch genehmigt bekam, hatte in Eisenach die Pa�kontrolle �ber sich ergehen zu lassen.
Gleichzeitig mit dieser wurden alle T�ren verschlossen, ein Wauwau lief unter dem Zug entlang, ein anderer robbte in jedem Wagen durch das Dach. (Solschenizin schreibt: "Menschen sind wertvoller als Gold.") Jetzt gings mit einer Diesellok bergauf und durch einen Tunnel. Hinter Gerstungen war die Grenze, Obersuhl lag schon im Westen.
Aber, o Schreck - auf einmal wieder Stacheldraht rechts und links: wieder DDR-Gebiet f�r 2 km, aber kurz vor H�nebach gr��te der letzte Wachturm, es ging nun nach Bebra, wo umgestiegen wurde und viel Betrieb herrschte. In entgegengesetzter Fahrtrichtung fuhr der Zug - nun wieder mit E-Lok, durchs Haunetal nach Fulda.
Heute ist Bebra ein zu gro� geratener Regionalbahnhof, die Fernz�ge nehmen - wie zu sehen - einen eleganten Bogen an der Stadt vorbei.
Die Erkl�rung f�r die drei Grenzw�lle (es war ja der "antifaschistisch-demokratischer Schutzwall") ist einfach:
Beim Bau der Eisenbahn nach 1840 wurden die Gleise nach der Landschaft, nicht nach den Landesgrenzen
verlegt. Heute fahren die Z�ge viel zu schnell, als da� man noch Reste der Mauer entdecken k�nnte.

zur�ck